Das Grüne Band – 28 Jahre nach der Teilung.

Kurze Abschnitte habe ich im Lauf der Jahre schon gesehen, erwandert, begangen, erfahren. Sei es der Mauerweg in Berlin (wandernd im Südwesten und Stadtmitte), sei es die Mitte des Harzes (wandernd), sei es die Elbe (mit dem Rad), immer findet man Relikte des „antifaschistischen Schutzwalls“, wird zum Nachdenken angeregt über die Vergangenheit der ehemals zwei deutschen Staaten, die seit mittlerweile 28 Jahren wieder Eins sind.

Meine bisherigen Begegnungen mit dem grünen Band waren eher kreuzend, am Rande. Dann wuchs seit einiger Zeit, angeregt durch die Grenzstein Trophy, der Wunsch, einmal die Grenze zu verfolgen, von Nord nach Süd oder umgekehrt und dabei die Orte links und rechts der Grenze zu besuchen, die Menschen, die dort leben. Schnell war mir klar, daß sich das am ehesten mit dem Rad bewerkstelligen lässt.

Mittlerweile ist die Planung der Route erledigt, das Rad steht bereit und in ein paar Tagen geht der Zug nach Hof. Von dort geht’s zum (ehemaligen) Dreiländereck und dann Richtung Norden …

Die Reise beginnt …

Freitag 8. September

In leichtem Regen vom Büro zum Bahnhof gefahren – na toll, fängt ja gut an. Das Radabteil im IC war schon gut gefüllt und wurde dann richtig voll. Dafür gab’s regen Austausch untereinander. Die einen waren am Niederrhein, der andere in der Eifel und auf dem Weg nach Hause. Wieder andere, so wie ich, auf dem Weg auf die Tour. Dabei unter anderem ein – sehr sympathischer – GST-„Veteran“.

Umsteigen in Nürnberg entspannt, da eine halbe Stunde Luft. Im RE dann die Jungs von der Niederrhein Tour wieder getroffen.

Samstag, 9. September

Und es ging gut weiter – immer wieder leichter Regen, garniert mit zum Teil heftigem Gegenwind aus westlichen Richtungen.

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Neben des „Placemarks“ wie Dreiländereck und Dreistaatenstein gab es eigentlich nur noch einen weiteren Mensch gemachten Platz, der aus dem – ja , ich muss es so sagen – Einerlei der Orte links und rechts der Grenze heraus stach, nämlich Mödlareuth. Getrennt durch die Teilung 1948, sind es auch heute noch technisch gesehen zwei Orte: liegen in unterschiedlichen Bundesländern, haben unterschiedliche KFZ-Kennzeichen, Telefonvorwahlen, Postleitzahl … Der Tag endete dann in Blankenstein, dem Beginn des Rensteigs.

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Sonntag, 10. September

Nach einem einfachen Frühstück ging es ab Blankenstein direkt aus dem Tal der Saale raus, mit zum Teil 10% Steigung. Oben auf der Höhe glatter Asphalt und Rückenwind. Hui! Auf der nächsten Höhe erster Fotostopp, prompt hielt ein lokaler Radler und wir kamen ins Gespräch über Gott und die Welt – und Henriette Reker. Mein Weg führte mich immer in der Nähe der Grenze, mal auf kleinen Straßen mit wenig Autoverkehr, mal auf Feld- und Waldwegen, ganz selten auch mal Kolonnenweg. Eins war jedenfalls gewiss: rauf und runter ging es ständig. Ob die Grenze immer wieder gekreuzt oder ihr gefolgt wurde – man sieht so gut wie nichts mehr davon, es sei denn, ein Stück wird museal erhalten oder es ist ein Stück Kolonnenweg noch nicht überwachsen. Heutiges Etappenziel Bächlein.

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Montag, 11. September

Wie üblich viel zu früh wach, dafür konnte ich das Frühstück genießen. Und dadurch früh los gekommen in den kühlen, frischen Morgen – könnte nur jeder Morgen so beginnen! Nachdem ich meine Vorräte in einem discounter aufgestockt hatte und meine Beine Betriebstemperatur hatten, rollte es sich schön durch das zwar nicht flache, aber auch nicht mehr bergige Gelände. Hier und da die Grenze gekreuzt, ab und zu Überbleibsel derselben oder Erinnerung daran … Mittags wurde es kälter und regnerisch. Nach einem lecker Asia Imbiss in Bad Rodach war die Welt wieder in Ordnung und kurze Zeit später kaum auch die Sonne wieder raus. So blieb es auch und mein Etappenziel Bad Königshofen wurde bei dann doch starkem Gegenwind erreicht.

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Dienstag, 12. September

Ein kühler Tag, immer wieder Schauer. Einige alte Wachttürme gesehen. Gelände wellig, gegen Ende des Tages noch zwei Bergrücken, einer davon hätte umfahren werden können. Etappenziel Fladungen

Mittwoch, 13 September

Vom – sehr guten – Frühstück ab gab’s Steigung und Regen. Und oben auf der Höhe machte ich dann Bekanntschaft mit dem Tief „Sebastian“, ein übler Geselle. Es blies so stark von schräg vorne, daß sogar schieben nur mit Mühe möglich war. Runter ins Ulstertal ging dann etwas besser und im Tal selbst wurde ein netter Wind von achten draußen. Dort dann auch den ersten Radreisenden getroffen, mit dem ich ein paar Takten reden konnte. Ebenfalls ein Bikepacking mit sehr ähnlicher Materialauswahl wie ich. Netter Erfahrungsaustausch und schon fuhr jeder wieder seines Weges. Das Wetter wurde besser und es lief richtig gut. Etappenziel war Vacha bzw das 5 km östlich liegende Dorndorf.

Donnerstag, 14. September

Ab morgens Regen, Regen, Regen … Bis Herleshausen habe ich es geschafft, dann habe ich abgebrochen. Bahnfahrt nach Hannover, erstmal auftanken bei der Familie.

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GPSies - GBD Teil 1

Sonntag, 17. September

Erholt. Getüftelt. Voll Energie. Weiter geht’s. Allerdings erst mal anders als geplant. Ich kehre nicht zurück aufs grüne Band (angedacht hatte ich nördlich des Harzes), sondern fahre den Leine-Heide-Radweg. So kann ich direkt ab Haustür losfahren und habe keine nervige Bahnfahrt.

Der Leine-Heide-Radweg lässt sich gut fahren, die Ausschilderung zumindest bis hinter die Querung der Aller ist in Ordnung. Da wird es dann teilweise lückenhaft, wird dann aber wieder besser. Laut GPS war ich ständig auf Track. Wie das bei einem Fluß in flacher Landschaft so ist: er ist immer in der Nähe, aber man sieht ihn kaum. Der Tag endete nach 125 km in Soltau.

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Montag, 18. September

Heute gab’s dann Heide pur. Über Bispingen und Lüneburg durch herrliche Wälder, oft Kiefer, seltener Mischwald. Ab Lüneburg dann den Elbe-Seitenkanal hoch, noch ein paar Meter Elberadweg und dann rüber nach Lauenburg. Hotel mit Elbblick und herrlich old fashioned Einrichtung.

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Dienstag, 19. September

Und jetzt ging es zurück aufs grüne Band. Nach einem Schlenker ostwärts, wo ich an einem mobilen Bäcker ein Stück Kuchen kaufte, ging es erstmal entlang des Elbe-Lübeck Kanals, ein nebliger kalter Herbstmorgen. Das Wetter sollte besser werden und die Strecke wurde nach verlassen des Kanals auch abwechslungsreicher. Zwei Dörfer weiter stand der mir schon bekannte mobile Bäcker. Und weiter ging die Fahrt bis Zarrentin (mobiler Bäcker), wo ich dann den Kuchen am Ufer des Schaalsees genoß. Zwei Dörfer weiter stand der mir nun schon vvertraute Bäcker und jetzt konnte ich gerne ein weiteres Mal ein Stück Kuchen kaufen. Die Sonne hatte den Nebel schon längst aufgelöst und so schmeckte der Kuchen doppelt gut.

Der Plan: Quartier im Osten Lübecks zu finden, um dann am nächsten Tag die letzten Kilometer bis Priwall zu machen und auf der Salzroute zurück nach Lübeck. Die Realität: Ein freies Zimmer gab’s nur in der Innenstadt. Macht dann halt noch mal extra Kilometer auf einem der schlechtesten innerstädtischen Radwege, die mir je unterkamen.

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Mittwoch, 20. September

Abreise …

GPSies - GBD Teil 2

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Des Kaisers Handy oder der preußische optische Telegraph 

Des Kaisers Handy oder der preußische optische Telegraph 

Eine faszinierende Technik, die man damals in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt und genutzt hat. In Deutschland gab es meines Wissens zwei solche Telegraphenlinien, ein kommerzielle von der Wesermündung nach Bremen, sowie eine militärische von Berlin nach Koblenz *). Auf den Spuren der letzteren bewege ich mich im Moment.

*) Näheres weiß die Wikipedia und diese detaillierte Webseite, die sich der Geschichte der 61 Stationen widmet.
Die Stationen 50, 51 und 52 befinden bzw befanden sich auf Kölner Stadtgebiet. Station 51 befand sich zwischen den Türmen der damaligen Garnisonskirche St Pantaleon und wurde nach Einstellung der optischen Telegraphie abgebaut. Die anderen beiden Stationsgebäude existieren noch, wobei Station 50 am ehesten dem Originalzustand entspricht, da sie von einem nachgebauten Semaphor gekrönt ist. Durchaus sehenswert!

Damit gehören die drei quasi zu meinem täglichen Leben und werden nicht durch einen Besuch im Rahmen von Radtouren beehrt.

Die erste Tour beginnt am Ende der Linie, in Koblenz. Samstags morgens um viertel vor zehn aus dem Hauptbahnhof zu kommen, die Stadt noch nicht mit Touristen geflutet – sehr entspannt. Am Schloß (Station 61) vorbei ein kurzer Abstecher zum deutschen Eck, dann in die Seilbahn und entspannt auf das Festungsplateau schweben.

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Die momentan als „amtlich“ geltenden Koordinaten der Station 60 können so nicht stimmen. Von dort ist kein Blick auf den Südflügel des Schlosses möglich, auch nicht aus einer gedachten zweiten oder gar dritten Etage! Auf Übersichtskarten des Plateauparks finden sich keine Hinweise auf den optischen Telegraph!

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Weiter in Richtung Station 59, wobei ich mich der Komoot Route anvertraut habe. UiuiUiui, da ist aber die Datenbasis OSM etwas pflegebedürftig! So ging es lustig von einem vergessenen Weg in den anderen, dazwischen natürlich immer wieder stimmige Strecken. Nach langen 30 km erreichte ich dann den Ort von Station 59. Im Ort immerhin ein schönes Schild, welches auf die Geschichte hinweist. Die Station selbst existiert nicht mehr.

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Weiter in Richtung Station 58, mit ähnlich verschlungenen Pfaden wie schon zuvor. Auch hier existiert kein Gebäude mehr, nur mehr grüne Wiese am Rand des Ortes.

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Weiter zu Station 57. Diesmal schön zu fahren. Das Stationsgebäude ist kaum noch als solches zu erkennen, zu viele An- und Umbauten haben es verändert.

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Bei der Weiterfahrt zum Hotel habe ich dann entschieden, eine weitere Kletterei zugunsten einer kurzen Strecke gegen einen längeren, dafür ebenen Weg, zu tauschen. Ein tolles Tal hatte ich mir da ausgesucht! Zuerst matschiger Wirtschaftsweg, dass die Matschklumpen nur so flogen, dann mehrere Kilometer auf einer guten Teerstrasse, ganz leichtes Gefälle, immer im Wald und der murmelnde Bach immer in Sicht- und Hörweite. Geilomat! Der Rest bis Rossbach war dann eine wenig befahrene Landstraße im Wiedtal. Punktlandung um 18:00 …

Nach einer durchweg angenehmen Nacht im Hotel Strand-Cafe und einem guten Frühstück ging es in die zweite Etappe. Nach nur wenigen Kilometern direkt in einen langen Anstieg zu gehen, weckt die Lebensgeister 🙂 Oben auf der Höhe angekommen, die A3 schon in Hörweite, nahm ich die Bank einer Bushaltestelle dankend für eine erste Pause an. Station 56 war nach Irrungen über eine Wiese bald fast erreicht. Auch hier leider kein Gebäude mehr, dafür ein herrlicher Wald.

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Hier war bergab schieben oder eher rutschen angesagt, so steil war es. Dafür kam dann dieser herrliche Weg unter die Räder:

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Daß mir kurze Zeit später – auf einem breiteren Weg – ein Frischling quiekend den Weg versperren wollte, amüsierte mich dann doch. Als dann auch feststand, daß die Bache nicht in unmittelbarer Nähe war, konnte ich beruhigt weiter fahren.

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Station 55 existiert noch als Gebäude, ist allerdings durch mannigfaltige Umbauten kaum noch als solche zu erkennen und, da auf einem großen von einer hohen Hecke umgebenen Grundstück gelegen, verzichtete ich auf ein Foto des Gebäudes. Dafür dann eine schöne Erklärtafel in der Hecke:

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Der Weg zur Station 54 war recht kurz und unspektakulär, wenn auch immer wieder über kleine Wege, mal Schotter, mal Wiese, mal Wald, … Das Gebäude in Söven ist eines der am besten raustaurierten!

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Ab hier ging es ein gut Teil Straße abwärts Richtung Siegtal, aber auch wieder mit schönen Waldwegen durch den Birlinghovener Wald. Nach Überquerung der Sieg hatte mich dann die Zivilisation wieder, Straßen, enge Bebauung und so weiter … und ich war froh, hinter der Burg Wissem in Richtung Wahner Heide fahren zu können. Station 53 ist ein trubeliges Ausflugslokal. Es bedurfte einer nicht geringen Wartezeit, keine Gäste aufs Bild zu bekommen.

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Weiter durch die Wahner Heide und Camp Spich ging es dann endgültig in die rheinische Tiefeebene Richtung Station 52, die nach Winkelzügen durch die Felder zwischen Libur und Zündorf auch bald erreicht war.

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Ab hier ging es auf gewohnten Wegen am Rhein entlang, nicht ohne ein gedankliches Winken zu Station 51 in der Kölner Südstadt, weiter nach Hause.

Der genaue Tourverlauf kann hier eingesehen werden.

Runde Summe

Heute, nach fast 15 Monaten, hat das Stromrad genullt. 10000 km habe ich damit abgespult. Nicht schlecht, so viel bin ich in solcher Zeit noch nie gefahren, auch nicht als ich halb so alt war wie jetzt. Tja, mag jetzt der Purist mäkeln, mit dem eBike kann das jeder. Nee, eben nicht! Klar erspart der Motor den Verbrauch so mancher Kalorie, aber das gleicht sich durch die größeren zurück gelegten Distanzen wieder aus.

Ein kurzer Blick auf die Technik:

Außer den nicht zufrieden stellenden Schwalbe Energizer, sie sind trotz Pannenschutz zu anfällig, gibt es nichts aufregendes zu berichten. OK, dass der Verbrauch an Bremsbelägen höher ist als bei einem normalen Rad, ist sowohl der höheren Geschwindigkeit als auch dem höheren Gewicht des Rades zuzuschreiben. 

Die Reifen wurden gegen Schwalbe Marathon Plus getauscht, seitdem – immerhin 5000 km – kein(!) einziger Platten mehr.

Der Akku wurde bis jetzt 124 mal geladen und hat wohl schon etwa fünf Prozent seiner Kapazität eingebüßt.

Ein paar Modifikationen hat es auch gegeben: Ein potenterer Scheinwerfer musste her, da doch öfter unbeleuchtete Wege gefahren werden. Eine Paralellogrammstütze für den Sattel wurde angeschafft. Bessere Griffe mit Hörnchen von Ergon brachten leider nicht den erhofften Erfolg.

Über Blecher und Burscheid nach Opladen und Leverkusen.

Heute ging es über Blecher und Burscheid nach Opladen und Leverkusen.

Der Sturm von Donnerstag Nacht hat doch so einiges umgeschmissen, Bäume durften überklettert werden und auch sonst lag etliches an kleinen Ästen auf den Wegen. Dank das geringen Gewichts des Rades aber kein Problem, mit dem Stromrad wäre das schon anspruchsvoller geworden.

Die gute Erkenntnis des Tages: Ich hielt mich immer für einen schlechten Kletterer, das scheint Geschichte zu sein. Anscheinend habe ich den Dreh raus, meine Kräfte richtig ein zu teilen und nicht auf halber Höhe (oder noch früher) zu verenden.

Heute auch erstmals die alternativen Positionen am Lenker ausprobiert. Ja, macht schneller und/oder leichter zu fahren, wenn die Griffposition am vorderen Rohr genutzt wird. Auf der Balkantrasse ging es dadurch gut zur Sache – wenn die ganzen Spaziergänger nicht wären 🙂

Elbe und Havel – Tag 10 Schlußrunde und Resumee – 2016

Tag 10:

Meine Schlußrunde war eine Fahrt ohne Gepäck 🙂 Einmal rund um die Müritz bitteschön! Von Waren bis etwa kurz hinter Röbel fisselte es noch ein wenig, merkte man aber nur, wenn es über offenes Feld ging. Später kam sogar die Sonne raus.

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Eine launige Runde war das, denn die Wege sind sehr abwechslungsreich.Mal Radweg entlang (mehr oder wenig befahrener) Landstraßen, mal naturbelassener Waldweg, mal geteerte oder betonierte Wirtschaftswege, alles dabei.

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Eine Passage zwischen Gotthun und Röbel war sogar ein ausgewachsener Singletrail; liess sich aber mit dem Tourenrad gut fahren, nur an umgekippten Bäumen musste man überheben, anschliessend ging es am Rand eines Feldes entlang. Noch junger Mais, dürfte in etwa einem Monat nicht mehr so gut zu fahren sein. Und danach, wunderschön, mitten über eine blumenbestandene Wiese.

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Röbel war schnell umrundet und durchfahren, lebendig aber – für mich – nicht des längeren Verweilens wert. Danach führte der Weg über Feld und durch Wald nach Rechlin. Die wollen anscheinend keine Radler im Ort, denn der Radweg wurde über die Uferpromenade am Ort vorbei geführt.

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Danach schlossen sich am Ostufer der Müritz viele Waldwege an, die recht stark frequentiert waren. Nach einem Schlenker in Richtung Fedorow flogen die letzten Kilometer nur so an mir vorbei, den die Strecke kannte ich ja schon und auf der gut geteerten Fahrradstraße ging es zudem immer leicht bergab.

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In Waren noch Proviant für die morgige Zugfahrt eingekauft und den Tag entspannt ausklingen lassen; die Küche des gewählten Italieners ist leider keine Empfehlung wert.

Der Gesamtkilometerzähler des Rades machte auch einen kleinen Hüpfer, denn die 4000 km wurden erreicht.

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Tages km: 85

http://www.gpsies.com/mapOnly.do?fileId=viadjamjgkdpguuv

Resumee:

Wetter:

Richtig Glück gehabt, am Ende einer Schlechtwetterperiode gestartet und die Reise bei Wiederkehr des Schlechtwetters beendet.

Tag 1 und 2 waren kalt und extrem windig. An Tag 2 gab es zwei Regenschauer.

Ab Tag 3 wurde es sonnig, teilweise leicht bewölkt. Die Temperatur stieg mit jeden Tag und erreichte ihr Maximum auf der Fahrt von Potsdam nach Liebenwalde. Danach wurde es etwas angenehmer, die letzten beiden Tage war es wieder überwiegend bewölkt, etwas kühler aber immer noch trocken. Der letzte Tag kündigte dann  das schlechte Wetter mit wolkengrauem Himmel und leichten Niesel an.

Streckenführung:

Tag 1 – Cuxhaven – Wischhafen: (linkselbisch)

In Cuxhaven Straßenführung, aber entspannt. Teilweise Uferwege in Teilung mit Fußgängern, nur langsame Fahrt möglich (Feiertag!). Im weiteren Verlauf mal links, mal auf, mal rechts vom Deich. Viele Viehgatter zu passieren, unter Umständen geht’s auch mal direkt durch eine Schafherde. Wegequalität durchweg gut.

Tag 2 – Wischhafen – Hoopte (links- und rechtselbisch)

Zuerst bis Grünendeich (Fähre ) linkselbisch, dort wie am Vortag am Deich oder durch Felder. Alles gute Wegequalität. Ab Schulau (Fähre) rechtselbisch sehr abwechslungsreich, mal Wald direkt am Ufer, mal Park ähnlich, mal durch Wohnstraßen. Wegequalität von Teer bis gekieste Wege alles dabei, einige Steigungen und Gefälle, aber gut zu fahren. In Övelgönne gibt es einen Abschnitt, da muß man durch winklige enge Gassen. Am Wochenende kommt man da nur schiebenderweise durch. In Hamburg selbst wird’s dann natürlich quirlig, viel Lärm durch Autoverkehr, Baustellen, aber immer separierte Radwege. Teilweise leicht unklare Beschilderung. Empfehlung: Immer am Wasser lang bis hinter die Speicherstadt, ab dort wieder ruhiger. Hier habe ich allerdings den Elberadweg verlassen und bin via Rothenbaum / Veddel / Wilhelmsburg auf das Südufer der Süderelbe gewechselt. Der Grund war, daß anscheinend das genutzte Navi die Fähre Zollernspieker – Hoopte nicht kannte. Die gebotene Route war aber schlüssig (HH Radroute 10). An der Elbe ging es dann leider nur noch paralell zur Straße bis Hoopte.

Tag 3 – Hoopte – Hitzacker (links- und rechtselbisch)

Deichfahrt mit kleinen Schlenkern ins Hinterland bis Lauenburg, immer gute Wegequalität. In Lauenburg Seitenwechsel aufs rechte Ufer. Zuerst ein Stück am Deich, dann weg vom Ufer an die Landstraße und da geht’s auf einmal einen Berg hoch. Oben gibt’s dafür einen schönen Blick in die Talaue und anschliessend eine Schußfahrt nach Boizenburg hinein. Hinter Boizenburg dann wieder Deich, Deich, Deich bis Hitzacker. Dort wiederum Seitenwechsel auf die linke Seite.

Tag 4 – Hitzacker – Wittenberge (links- und rechtselbisch)

Linkselbisch bis Dömitzer Brücke und Seitenwechsel. Hinter Dömitz ein Stück Landstraße, dann wieder Deich, Deich, Deich mit diesmal wechselhaften Oberflächen: Teer, Kies (mit Sandlöchern), Kolonnenwegplatten aber auch frische Betonplatten. Sehr wechselhaft, oft Temporeduzierung nötig. Hinter Lenzen dann Teer oder Betonplatten, gut fahrbar.Vor Lütkenwisch dann wieder unbefestigte Wege bis Wittenberge.

Tag 5 – Wittenberge – Milow (rechtselbisch, linkshavelig)

Deiche, gut fahrbar. Bei Quitzöbel beginnt eine Umleitung wegen Deichbauarbeiten. Erst eine kleine Waldstraße, dann eine wenig frequentierte Landstraße bis nach Havelberg hinein.

Die ersten Kilometer an der Havel gehen paralell einer viel befahrenen Landstraße auf separatem Radweg. Irgendwann gibt es dann wieder Deichwege, durchweg gute Oberflächen. Die Deiche sind hier kaum lenkerhoch, so daß man immer beide Seiten der Landschaft sieht.

Tag 6 – Milow – Potsdam

Landstraßen, durch Felder, Deiche, Wald – alles dabei. Durchweg gute Oberflächen. Brandenburg besteht fast ausschliesslich aus Kopfsteinpflaster 😦 In den Ortsduchfahrten oft gemeinsame Führung mit Fußgängern, Tempo niedrig halten.

Tag 7 – Potsdam – Liebenwalde

In Potsdam teilweise unklare Beschilderung, unter der Woche sicherlich viel Verkehr. Berliner Teil (Grunewald – Spandau) gut zu fahren, aber auch hier teilweise schlechte Beschilderung. Wege am Ufer entlang werden winkliger, verschiedene Oberflächen, aber gut fahrbar. Nördlich Oranienburg viel Wald, dort Teerstraßen (Fahrradstraßen).

Tag 8 – Liebenwalde – Wesenberg

Viel Wald, abewchslungsreiche Strecken, Oberfläche meist Teer, wenig offene Oberfläche. Ortsdurchfahrten oft mit Kopfsteinpflaster. Zwischen Wustrow und Wesenberg gibt es eine zwar gut ausgeschilderte, dafür mit um so schlimmerer Oberfläche versehene Umleitung. Eine Strecke von gut zwei Kilometer durch einen Wald besteht nur aus einem Sandweg. Feinster, flüssiger Sand. Tief. Da geht nur mühsames Schieben!

Tag 9 – Wesenberg – Waren ad Müritz

Landstraßen, Wald, alles gut fahrbar mit glatten Oberflächen. Der Weg zum Havelursprung ist ein geschotterter Weg, noch gut fahrbar. In Waren wieder überwiegend Kopfsteinpflaster.

Tag 10 – Runde um die Müritz

Verschiedenste Oberflächen, gut fahrbar.

Unterkunft:

Tag 0 – Hamburg

Arcade Hostel Stellingen 

50 € / Nacht / 6 € Frühstück

Gutes Frühstück (Buffet)

WiFi ja, funktioniert

 

Tag 1 – Wischhafen

Pension Charly Drewes

Zimmer großzügig, Möbel etwas abgewohnt

45 € inklusive Frühstück 

Abendgastronomie war zwar ess- aber nicht genießbar.

Gutes Frühstück (Buffet)

WiFi ja, schlechte Funktion innen, aussen dünn

 

Tag 2 – Hoopte

Privat, nur für Squaredancer

 

Tag 3 – Hitzacker

Villa Romantika

Nettes Haus aber eng

39 € + 1 € Pedelec laden.

Kein Frühstück, Bäcker um die Ecke.

WiFi ja, Freifunk.mit gute Geschwindigkeit

 

Tag 4 – Wittenberge

Pension Zur Möve

Sehr sauber, klare Linie im ganzen Haus, nette Leute.

Eigene Fahrradbox fur jedes Zimmer!

Nur Bistro Cafe, keine Abendgastronomie.

Frühstück am Platz, Zusatzwünsche werden sofort und kostenfrei erfüllt.

40 € inklusive Frühstück

WiFi nein

 

Tag 5 – Milow

Landgasthof Milow

Zimmer unterm Dach, da nutzen die qm nichts.

Sehr gute Gastronomie – der Laden ist voll, Personal muss sich auch um ankommende Gäste kümmern. Etwas unklarer Umgang mit Gästefahrrädern und Schuppen.

Frühstück guter Durchschnitt (Buffet)

45 € inklusive Frühstück

WiFi nein

 

Tag 6 – Potsdam

Kongresshotel Potsdam

Großer Laden, alles zackig.

Fahrradraum in der TG, dort aber nicht zu finden, Geländer zum Anschließen genommen wie andere auch.

Aufs Frühstück verzichtet, sollte 13€ Kosten

104 €

WiFi ja, funktioniert

 

Tag 7 – Liebenwalde

Days Landhotel

Etwas altbacken, aber Charme.

Gastronomie Abend naja

Frühstück gut (Buffet), sehr umfangreich!

WiFi ja, keine sinnvolle Nutzung möglich.

45 € Nacht / 12,50 € Frühstück

 

Tag 8 – Wesenberg

Radlhus

Etwas unkonventionelle Ankunft Abwicklung, funktioniert aber.

Zimmer klein, wenig Steckdosen.

Keine Abendgastronomie

Frühstück (Buffett) gut

55 € inklusive Frühstück

WiFi ja, keine Funktion aussen (temporär)

Kein Fahrradschuppen, nur unterer Absatz im Treppenhaus – zu wenig Platz für alle!

 

Tag 9 + 10 – Waren

Hotel zwischen den Seen

Zimmer recht klein

Keine Abendgastronomie

Frühstück gut (Buffet)

52 € / Nacht inklusive Frühstück

WiFi ja, nicht genutzt

Fahrradschuppen mit Hausschlüssel, kein extra Schlüssel nötig.

Elbe und Havel Tag 9 – 2016

Aus! Aus! Aus! Die Tour ist Aus! Nee, noch nicht ganz …

Häh? Ja, schon richtig gelesen. Nun gut, ich fahre jetzt nicht weiter bis Rostock, aber eine Runde um die Müritz muss morgen noch drin sein, bevor es dann am Donnerstag nach Hause geht.

Das Frühstück im Radlhus in Wesenberg heute morgen war klasse dank einer „Rentnergang“ aus dem östlichen Ruhrgebiet, die haben den ganzen Raum unterhalten, als wären sie 60 Jahre jünger. Sind übrigens alle mit Pedelecs unterwegs, wie überhaupt der Pedelec Anteil steitg stieg, je näher ich nach Waren kam.

Heute ging es viel durch Wald und Felder und über kleine Landstraßen, bis dann nach einem kleinen Umweg (Navi? Karte? Wegweiser?) bei Kilometer 796 der Havel-Ursprung erreicht wurde. Nein, keinen Quelle, sondern der Abfluss des Mühlensees, welcher wiederum vom Trinnensee, welcher vom Bornsee gespeist wird. Mal einen Moment inne halten …

Der Rest nach Waren waren immer noch gut 30 km, die ich dann teils gemütlich, teils flott hinter mich gebracht habe.

Tages km: 82