Elbe und Havel – Tag 10 Schlußrunde und Resumee – 2016

Tag 10:

Meine Schlußrunde war eine Fahrt ohne Gepäck🙂 Einmal rund um die Müritz bitteschön! Von Waren bis etwa kurz hinter Röbel fisselte es noch ein wenig, merkte man aber nur, wenn es über offenes Feld ging. Später kam sogar die Sonne raus.

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Eine launige Runde war das, denn die Wege sind sehr abwechslungsreich.Mal Radweg entlang (mehr oder wenig befahrener) Landstraßen, mal naturbelassener Waldweg, mal geteerte oder betonierte Wirtschaftswege, alles dabei.

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Eine Passage zwischen Gotthun und Röbel war sogar ein ausgewachsener Singletrail; liess sich aber mit dem Tourenrad gut fahren, nur an umgekippten Bäumen musste man überheben, anschliessend ging es am Rand eines Feldes entlang. Noch junger Mais, dürfte in etwa einem Monat nicht mehr so gut zu fahren sein. Und danach, wunderschön, mitten über eine blumenbestandene Wiese.

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Röbel war schnell umrundet und durchfahren, lebendig aber – für mich – nicht des längeren Verweilens wert. Danach führte der Weg über Feld und durch Wald nach Rechlin. Die wollen anscheinend keine Radler im Ort, denn der Radweg wurde über die Uferpromenade am Ort vorbei geführt.

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Danach schlossen sich am Ostufer der Müritz viele Waldwege an, die recht stark frequentiert waren. Nach einem Schlenker in Richtung Fedorow flogen die letzten Kilometer nur so an mir vorbei, den die Strecke kannte ich ja schon und auf der gut geteerten Fahrradstraße ging es zudem immer leicht bergab.

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In Waren noch Proviant für die morgige Zugfahrt eingekauft und den Tag entspannt ausklingen lassen; die Küche des gewählten Italieners ist leider keine Empfehlung wert.

Der Gesamtkilometerzähler des Rades machte auch einen kleinen Hüpfer, denn die 4000 km wurden erreicht.

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Tages km: 85

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Resumee:

Wetter:

Richtig Glück gehabt, am Ende einer Schlechtwetterperiode gestartet und die Reise bei Wiederkehr des Schlechtwetters beendet.

Tag 1 und 2 waren kalt und extrem windig. An Tag 2 gab es zwei Regenschauer.

Ab Tag 3 wurde es sonnig, teilweise leicht bewölkt. Die Temperatur stieg mit jeden Tag und erreichte ihr Maximum auf der Fahrt von Potsdam nach Liebenwalde. Danach wurde es etwas angenehmer, die letzten beiden Tage war es wieder überwiegend bewölkt, etwas kühler aber immer noch trocken. Der letzte Tag kündigte dann  das schlechte Wetter mit wolkengrauem Himmel und leichten Niesel an.

Streckenführung:

Tag 1 – Cuxhaven – Wischhafen: (linkselbisch)

In Cuxhaven Straßenführung, aber entspannt. Teilweise Uferwege in Teilung mit Fußgängern, nur langsame Fahrt möglich (Feiertag!). Im weiteren Verlauf mal links, mal auf, mal rechts vom Deich. Viele Viehgatter zu passieren, unter Umständen geht’s auch mal direkt durch eine Schafherde. Wegequalität durchweg gut.

Tag 2 – Wischhafen – Hoopte (links- und rechtselbisch)

Zuerst bis Grünendeich (Fähre ) linkselbisch, dort wie am Vortag am Deich oder durch Felder. Alles gute Wegequalität. Ab Schulau (Fähre) rechtselbisch sehr abwechslungsreich, mal Wald direkt am Ufer, mal Park ähnlich, mal durch Wohnstraßen. Wegequalität von Teer bis gekieste Wege alles dabei, einige Steigungen und Gefälle, aber gut zu fahren. In Övelgönne gibt es einen Abschnitt, da muß man durch winklige enge Gassen. Am Wochenende kommt man da nur schiebenderweise durch. In Hamburg selbst wird’s dann natürlich quirlig, viel Lärm durch Autoverkehr, Baustellen, aber immer separierte Radwege. Teilweise leicht unklare Beschilderung. Empfehlung: Immer am Wasser lang bis hinter die Speicherstadt, ab dort wieder ruhiger. Hier habe ich allerdings den Elberadweg verlassen und bin via Rothenbaum / Veddel / Wilhelmsburg auf das Südufer der Süderelbe gewechselt. Der Grund war, daß anscheinend das genutzte Navi die Fähre Zollernspieker – Hoopte nicht kannte. Die gebotene Route war aber schlüssig (HH Radroute 10). An der Elbe ging es dann leider nur noch paralell zur Straße bis Hoopte.

Tag 3 – Hoopte – Hitzacker (links- und rechtselbisch)

Deichfahrt mit kleinen Schlenkern ins Hinterland bis Lauenburg, immer gute Wegequalität. In Lauenburg Seitenwechsel aufs rechte Ufer. Zuerst ein Stück am Deich, dann weg vom Ufer an die Landstraße und da geht’s auf einmal einen Berg hoch. Oben gibt’s dafür einen schönen Blick in die Talaue und anschliessend eine Schußfahrt nach Boizenburg hinein. Hinter Boizenburg dann wieder Deich, Deich, Deich bis Hitzacker. Dort wiederum Seitenwechsel auf die linke Seite.

Tag 4 – Hitzacker – Wittenberge (links- und rechtselbisch)

Linkselbisch bis Dömitzer Brücke und Seitenwechsel. Hinter Dömitz ein Stück Landstraße, dann wieder Deich, Deich, Deich mit diesmal wechselhaften Oberflächen: Teer, Kies (mit Sandlöchern), Kolonnenwegplatten aber auch frische Betonplatten. Sehr wechselhaft, oft Temporeduzierung nötig. Hinter Lenzen dann Teer oder Betonplatten, gut fahrbar.Vor Lütkenwisch dann wieder unbefestigte Wege bis Wittenberge.

Tag 5 – Wittenberge – Milow (rechtselbisch, linkshavelig)

Deiche, gut fahrbar. Bei Quitzöbel beginnt eine Umleitung wegen Deichbauarbeiten. Erst eine kleine Waldstraße, dann eine wenig frequentierte Landstraße bis nach Havelberg hinein.

Die ersten Kilometer an der Havel gehen paralell einer viel befahrenen Landstraße auf separatem Radweg. Irgendwann gibt es dann wieder Deichwege, durchweg gute Oberflächen. Die Deiche sind hier kaum lenkerhoch, so daß man immer beide Seiten der Landschaft sieht.

Tag 6 – Milow – Potsdam

Landstraßen, durch Felder, Deiche, Wald – alles dabei. Durchweg gute Oberflächen. Brandenburg besteht fast ausschliesslich aus Kopfsteinpflaster😦 In den Ortsduchfahrten oft gemeinsame Führung mit Fußgängern, Tempo niedrig halten.

Tag 7 – Potsdam – Liebenwalde

In Potsdam teilweise unklare Beschilderung, unter der Woche sicherlich viel Verkehr. Berliner Teil (Grunewald – Spandau) gut zu fahren, aber auch hier teilweise schlechte Beschilderung. Wege am Ufer entlang werden winkliger, verschiedene Oberflächen, aber gut fahrbar. Nördlich Oranienburg viel Wald, dort Teerstraßen (Fahrradstraßen).

Tag 8 – Liebenwalde – Wesenberg

Viel Wald, abewchslungsreiche Strecken, Oberfläche meist Teer, wenig offene Oberfläche. Ortsdurchfahrten oft mit Kopfsteinpflaster. Zwischen Wustrow und Wesenberg gibt es eine zwar gut ausgeschilderte, dafür mit um so schlimmerer Oberfläche versehene Umleitung. Eine Strecke von gut zwei Kilometer durch einen Wald besteht nur aus einem Sandweg. Feinster, flüssiger Sand. Tief. Da geht nur mühsames Schieben!

Tag 9 – Wesenberg – Waren ad Müritz

Landstraßen, Wald, alles gut fahrbar mit glatten Oberflächen. Der Weg zum Havelursprung ist ein geschotterter Weg, noch gut fahrbar. In Waren wieder überwiegend Kopfsteinpflaster.

Tag 10 – Runde um die Müritz

Verschiedenste Oberflächen, gut fahrbar.

Unterkunft:

Tag 0 – Hamburg

Arcade Hostel Stellingen 

50 € / Nacht / 6 € Frühstück

Gutes Frühstück (Buffet)

WiFi ja, funktioniert

 

Tag 1 – Wischhafen

Pension Charly Drewes

Zimmer großzügig, Möbel etwas abgewohnt

45 € inklusive Frühstück 

Abendgastronomie war zwar ess- aber nicht genießbar.

Gutes Frühstück (Buffet)

WiFi ja, schlechte Funktion innen, aussen dünn

 

Tag 2 – Hoopte

Privat, nur für Squaredancer

 

Tag 3 – Hitzacker

Villa Romantika

Nettes Haus aber eng

39 € + 1 € Pedelec laden.

Kein Frühstück, Bäcker um die Ecke.

WiFi ja, Freifunk.mit gute Geschwindigkeit

 

Tag 4 – Wittenberge

Pension Zur Möve

Sehr sauber, klare Linie im ganzen Haus, nette Leute.

Eigene Fahrradbox fur jedes Zimmer!

Nur Bistro Cafe, keine Abendgastronomie.

Frühstück am Platz, Zusatzwünsche werden sofort und kostenfrei erfüllt.

40 € inklusive Frühstück

WiFi nein

 

Tag 5 – Milow

Landgasthof Milow

Zimmer unterm Dach, da nutzen die qm nichts.

Sehr gute Gastronomie – der Laden ist voll, Personal muss sich auch um ankommende Gäste kümmern. Etwas unklarer Umgang mit Gästefahrrädern und Schuppen.

Frühstück guter Durchschnitt (Buffet)

45 € inklusive Frühstück

WiFi nein

 

Tag 6 – Potsdam

Kongresshotel Potsdam

Großer Laden, alles zackig.

Fahrradraum in der TG, dort aber nicht zu finden, Geländer zum Anschließen genommen wie andere auch.

Aufs Frühstück verzichtet, sollte 13€ Kosten

104 €

WiFi ja, funktioniert

 

Tag 7 – Liebenwalde

Days Landhotel

Etwas altbacken, aber Charme.

Gastronomie Abend naja

Frühstück gut (Buffet), sehr umfangreich!

WiFi ja, keine sinnvolle Nutzung möglich.

45 € Nacht / 12,50 € Frühstück

 

Tag 8 – Wesenberg

Radlhus

Etwas unkonventionelle Ankunft Abwicklung, funktioniert aber.

Zimmer klein, wenig Steckdosen.

Keine Abendgastronomie

Frühstück (Buffett) gut

55 € inklusive Frühstück

WiFi ja, keine Funktion aussen (temporär)

Kein Fahrradschuppen, nur unterer Absatz im Treppenhaus – zu wenig Platz für alle!

 

Tag 9 + 10 – Waren

Hotel zwischen den Seen

Zimmer recht klein

Keine Abendgastronomie

Frühstück gut (Buffet)

52 € / Nacht inklusive Frühstück

WiFi ja, nicht genutzt

Fahrradschuppen mit Hausschlüssel, kein extra Schlüssel nötig.

Elbe und Havel Tag 9 – 2016

Aus! Aus! Aus! Die Tour ist Aus! Nee, noch nicht ganz …

Häh? Ja, schon richtig gelesen. Nun gut, ich fahre jetzt nicht weiter bis Rostock, aber eine Runde um die Müritz muss morgen noch drin sein, bevor es dann am Donnerstag nach Hause geht.

Das Frühstück im Radlhus in Wesenberg heute morgen war klasse dank einer „Rentnergang“ aus dem östlichen Ruhrgebiet, die haben den ganzen Raum unterhalten, als wären sie 60 Jahre jünger. Sind übrigens alle mit Pedelecs unterwegs, wie überhaupt der Pedelec Anteil steitg stieg, je näher ich nach Waren kam.

Heute ging es viel durch Wald und Felder und über kleine Landstraßen, bis dann nach einem kleinen Umweg (Navi? Karte? Wegweiser?) bei Kilometer 796 der Havel-Ursprung erreicht wurde. Nein, keinen Quelle, sondern der Abfluss des Mühlensees, welcher wiederum vom Trinnensee, welcher vom Bornsee gespeist wird. Mal einen Moment inne halten …

Der Rest nach Waren waren immer noch gut 30 km, die ich dann teils gemütlich, teils flott hinter mich gebracht habe.

Tages km: 82

Elbe und Havel Tag 8 – 2016

Wenn ein Tag morgens um Sieben mit einem opulenten Frühstücksbuffet in einem noch leeren Speisesaal beginnt, dann kann doch nur ein Guter Tag draus werden, oder? Nun ja, ganz überwiegend.

Los ging es am leeren Kanal im frühmorgendlichen Sonnenschein, genau richtig um sich warm zu radeln. Das ging so weiter bis Zehdenick. Dort wurde in einem ein kleiner Einkauf getätigt und weiter Richtung Norden. Da gab es dann auch einen alte Ziegelei zu besichtigen – es war nur leider noch geschlossen, aber die Aussenanlagen sind auch sehenswert.

Viel später, es war auch mittlerweile richtig, richtig warm geworden, führte der Weg am KZ Ravensbrück vorbei. Wenig später liess ich mich dann zu einer ausgedehnten Mittagspause nieder, dazu gesellte sich dann ein Paar aus der Nähe von Stuttgart, ebenfalls auf E-Bikes unterwegs. Wir hatten einiges zu fachsimpeln und schwupps war mehr als eine Stunde um. Herzlichen Gruß euch beiden, unbekannterweise.

Aber da began es sich ein zu trüben – nicht am Himmel, sondern am Boden. Zuerst fehlte – mindestens ein – Wegweiser, was ein anderes Paar gleichzeitig mit mir feststellte. Kurze Karten- und Navikonsultation brachte aber schnell Klarheit und die nächsten 15km fuhren wir dann gemeinsam.

Dann war eine Umleitung für Radfahrer ausgeschildert – mit großen schildern, eigentlich positiv. Alles andere als positiv war allerdings der Zustand der Umleitungsstrecke. Was zuerst als normaler unbefestigter Waldweg begann, verwandelte sich nach ein paar hundert Metern in eine ganz ganz üble Sandpiste. Tiefer, loser Sand links und rechts und in der Mitte ab und zu ein wenig Gras. Also war schieben angesagt. Kilometer weit. Durch den losen Sand. Daß der Weg im weiteren Verlauf noch zusätzlich durch einen Harvester aufgewühlt war, war dann das Sahnehäubchen.

Endlich endete die Mühsal und es gab eine wunderbare Teerstraße. Aber kaum einen Kilometer gefahren, meinte ein VW-Bus Fahrer, mir mit seinem Außenspiegel den Ellenbogen rasieren zu müssen. Zum Glück ist es beim Versuch geblieben, aber der Laune ist das nicht gerade zuträglich!

Naja, am Ende der Straße war dann auch das Ziel erreicht, Wesenberg. Nettes Städtchen, aber viel los ist hier nicht …

[Heute mal wieder ohne Bilder]

Tages km: 77

Elbe und Havel Tag 7 – 2016

Die Entscheidung ist gefallen! Eigentlich sollte die Tour ja in Berlin enden. Allerdings hatte ich gestern Abend sowas von keine Lust auf Grossstadt, so dass ich kurzerhand entschieden habe, weiter entlang der Havel bis an die Müritz zu fahren.

[Leider vorerst ohne Bilder, da das Netz hier nur sehr sparsam funktioniert.]

Das Kongresshotel in Potsdam ist sehr geschäftig und damit für einen Radtouristen wenig einladend, so dass ich auf das Frühstück verzichtet habe und lieber um 7:30 Uhr aufgebrochen bin, als es noch halbwegs kühl war. Potsdam selbst war so lala: einerseits eine stille Stadt am Sonntagmorgen, aber auch nicht konsistente Wegweisung, so dass ich mehrfach nicht den richtigen Abzweig getroffen habe. Aber du hast doch ein Navi, wird jetzt mancher einwenden. Ja, stimmt – nur lasse ich mich davon lieber nur in Ausnahmefällen leiten und vertraue auf die Kartenanzeige und die örtlichen Wegweiser.

Irgendwann lag Potsdam dann hinter mir und es ging tatsächlich entlang der Havel in Richtung Spandau. Und hätte ich dann an der richtigen Stelle die Fähre auf die andere Seite genommen, Ware ich auch auf dem Havelradweg geblieben. So ging es stattdessen durch den Grunewald – auch schön.

In Spandau dann leider wieder die nicht konsistente Wegweisung und eine Baustelle, die nur an der letzten Abzweigung mit einem DIN A4 Zettel bekannt gemacht und erläutert wurde. Tolle Wurst! Es gibt da so etwa DIN A3 grosse, gelbe Schilder, damit kann man Umleitungen wunderbar anzeigen – waren wohl gerade vergriffen.

Weiter ging es immer an der Havel lang durch Hennigsdorf, Birkenwerder nach Oranienburg. Aber dann, hinter Oranienburg, ein Seitenwechsel und ab da ging es nur noch durch Wald – immerhin durchgehend asphaltiert und als Fahrradstrasse ausgewiesen. Erst kurz vor Liebenwalde ging es, auf separatem Radweg entlang der Straße, über freies Feld. Einerseits Tat die Fahrt im Wald in der Mittagshitze gut, anderseits hätte ich gerne mehr von der Landschaft gesehen.

Das Hotel, Days Hotel Liebenwalde Preußischer Hof, ist eine schöne Anlage mit wechselvoller Geschichte. Auf dem weitläufigen Hof ereilte mich dann der erste Platten der Reise – natürlich hinten … es war allerdings ein Ermüdungsplatten, keine äussere Einwirkung. Jetzt genieße ich den Abend bei tschechischem Schwarzbier …

Tages km: 100

Elbe und Havel Tag 6 – 2016

Sonne! Landschaft! Und jetzt, wo ich hier sitze und schreibe, kommt mir Rudolf Scharping in den Sinn: „Laaangsam, laaangsam.“ Es wurde nämlich nicht nur mal wieder die längste, sondern auch die langsamste Etappe. Macht aber nix, denn es war ein schöner Tag entlang der Havel, zwar auch mal auf Straßen, aber meist durch die wunderschönen Auwäldern oder auch mal durch Felder.

Der Aufbruch in Milow war – fur meine Verhältnisse – recht spät, das lag aber daran, dass ich noch mit einem Ehepaar aus Tübingen über Pedelecs gefachsimpelt habe.

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Kleine Käffer, aber mit Namen, Briest zum Beispiel. Steckt etwa Effie dahinter? Muss mich mal mit Fontane beschäftigen … und immer wieder so lekkere Ausblicke aufs Wasser, dass ich am liebsten vom Rad auf ein Boot umgestiegen wär.

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Dann gabs eine Fähre – wie mir auffällt, die dritte Fährfahrt auf dieser Reise. Der Preis liess mich ungläubig staunen: schlanke 0,90€ fur Mann und Rad. Nun gut, die Havel ist schmal an der Stelle, aber es handelt sich immerhin um eine technisch aufwändige Fähre, die sich nämlich an einer Kette vorwärts bewegt.

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Wenig später unternahm ich den ersten Versuch, ein Hotelzimmer für die Nacht zu ergattern. Ein Radler empfahl mir in Milow, anstatt dem von mir präferierten Brandenburg es doch besser in Werder zu probieren. Zum einen hatte er recht, weil es bis Brandenburg nur 45 km sind, aber in Werder war alles belegt. Ich habe dann der Not gehorchend ein sündhaft teures Kongresshotel am Westrand von Potsdam gewählt, einfach weil die noch Zimmer frei hatten.

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Diese Brücke hat ihre Nochexistenz wohl nur dem Umstand zu verdanken, dass der Havelradweg darüber führt, sie sieht doch schon arg mitgenommen aus. Der Grund für die nicht vorhandene Möglichkeit, in Werder zu übernachten, zeigte sich mir dann, als ich auf die Stadtinsel Werder fuhr. Dort fand ein großes Treffen von Old- und Youngtimern statt. War natürlich schon anzusehen, all die Kisten am Ufer der Havel aufgereiht zu sehen oder auch durch die Stadt fahren zu sehen.

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Und es lagen noch gut 25 km vor mir, also „laaangsam, laaangsam“. Ein schönes Fleckchen reihte sich an das andere, es war nicht leicht, einen Platz für einen Pause zu wählen.

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Die letzten Kilometer waren dann auch bald geschafft und ich enterte meine bislang teuerste Unterkunft, das erste Mal dreistellig. Nach einer Dusche in einer nahebei liegenden Bowlingbahn noch deftig ein Abendessen genossen und jetzt wird das DFB Pokalfinale im garnicht so weit entfernten Berlin geschaut …

Tages km: 104

Elbe und Havel Tag 5 – 2016

Und wieder ein schöner Tag am Fluß. Nach einem wundervollen Frühstück in der Pension Zur Möve ging es sehr entspannt los, natürlich wieder auf dem Deich, Kilometer um Kilometer.

Was auch gestern schon erschien, aber von mir nicht erwähnt wurde: Die Fauna entlang der Elbe! Bisamratte, Frettchen, Kukucke und von letzterem jede Menge. Es gab kaum ein Teilstück, wo man nicht den Ruf hörte. Gestern  unterhielten sich zwei, einer auf niedersächsischer Seite, einer auf Brandenburger Seite (oder war es noch Mecklenburg-Vorpommern?). Und Störche. Kaum ein Dorf ohne besetztes Storchennest. Beeindruckend auch: Man radelt auf dem Deich so vor sich hin und plötzlich fliegt ein Storch auf Augenhöhe neben einem her, schaut ruhig rüber, um dann in eleganter Kurve auf der Uferwiese zu landen.

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Heute dann eine Umleitung, da der Deich wegen Bauarbeiten gesperrt war. War aber eine schöne Strecke zuerst durch den Auwald, dann durch Kiefernwald. Erwähnte ich, dass ich den Geruch von sonnendurchflutetem Kiefernwald seit meiner Kindheit liebe? Die Landstraße war zum Glück mit wenig Verkehr gesegnet, so dass Havelberg schnell erreicht war. Das eigentlich der Tageszeit nach fällige Mittagessen liess ich ausfallen, dem formidablen Frühstück sei Dank. Also nur ein wenig in Havelberg auf einer Bank pausiert und ab ging es an die Havel.

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Die Havel? Wo ist sie denn? Man merkt zwar, dass der Fluß in der Nähe ist, aber man sieht ihn nicht. Klar, man fährt auf dem Deich oder extra angelegten oder aufgehübschten Wegen, sehr gut ausgeschildert. Oder eben auch mal auf einem die Straße begleitenden Radweg – aber immer nur kurze Stücke oder Ortsdurchfahrten.

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Dann habe ich zwei Radfahrer getroffen, von denen einer einen Platten hatte. Meine große Luftpumpe nahmen sie gerne an, denn sie verfügten nur über eine Minipumpe, die nicht wirklich hilfreich war. Ins Staunen kam ich, als ich sah, dass die Guten die typischen „Extra“-Flicken verkehrt herum klebten, also schwarze Seite auf den Schlauch, orangene Seite nach aussen. Hält wohl auch …

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Auf den letzten Kilometern bis Milow, meinem Tagesziel, kam dann auch häufiger die Havel in den Blick und mein Quartier liegt sogar direkt am Fluß.

Tages km: 103

Elbe und Havel Tag 4 – 2016

Der heutige Tag fing schon sonnig und recht warm – im Vergleich zu den letzten Tagen – an. Da die Villa Romantika in Hitzacker leider kein Frühstück bietet, blieb mir nur, mich beim Bäcker um die Ecke mit Proviant ein zu decken. Also erst mal ein Dutzend km in den Morgen geradelt und dann gefrühstückt.

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Die Landschaft änderte sich ab Hitzacker, es mischten sich Kiefern und Birken ins Bild, der Boden wurde also sandiger. Bald war eine der wenigen Elbbrücken erreicht und rüber ging es nach Dömitz.

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Dömitz war eine Enttäuschung – oder ich bin mit dem falschen Pedal los gefahren – oder es war zu früh am Tag. Normalerweise fängt eine Stadt, ein Städtchen, doch morgens an zu leben: Läden stellen ihre Auslagen raus, hier und da wird gefegt und dergleichen. Doch hier: nichts dergleichen. Alles Tote Hose.

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Also wieder zurück auf den Deich und gemütlich Richtung Wittenberge geradelt. Und der Deich änderte sich. Nicht mehr Asphalt oder Betonsteine krönten den Deich, sondern Splittbelag, teilweise mit Sand durchsetzt. Es kam aber noch schlimmer: Kolonnenwegplatten. Ätzend, ich euch sagen. Irgendwann ließ ich mich auf einer Bank nieder, setzte sich ein Anwohner dazu und fing an zu erzählen … von Niedrigwasser, Hochwasser, Deich Pflegern … Essenz: Die Baustellen Schilder hatte ich zu Recht ignoriert, es finden im Moment keine Arbeiten am Deich statt. Und weiter ging es bis Lanz, dort fiel ich in das nette Cafe Jaap und stellte fest: hier war ich doch schon mal! Ja,denn im letzten September sind wir hier durch gekommen auf dem Weg vom Arendsee nach Wittenberge.

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Und es fiel doch auf, dass ich mich mittlerweile im Biospährenreservat bewegte, denn wo sieht man Viehherden, die am Fluss grasen und ihre Tränke nehmen?

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Weiter ging die gemütliche Fahrt durch Lenzen immer weiter Richtung Wittenberge. Und die ganze Zeit Sonne und schwacher Gegenwind. Irgendwann überholte ich dann die vier Radler, die auch im Cafe Jaap gegessen hatten und mit denen ich mich nett unterhalten hatte. In Wittenberge habe ich die Quartierfrage ganz pragmatisch erledigt, indem ich in der ersten Pension am Wegesrand angefragt habe – zufälligerweise ein Bett&Bike Betrieb. Nach den Formalitäten und einer Dusche setzte ich mich mit einer Apfelschorle auf die Terrasse und siehe da, die vier kamen vorbei geradelt. Die  Pension Zur Möve hat übrigens pro Zimmer eine eigene Fahrradbox, top!

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Danach noch ein entspannter Spaziergang durch Wittenberge, ein wenig einkaufen und jetzt den Abend in einem Biergarten genießen – herrlich!

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Tages km: 80